Was war eigentlich … als ich zehn war?

Spannende Frage! Noch viel interessanter war der Blick zurück. Das Stöbern in meiner Erinnerungs-Kiste und das Blättern in den alten Schulbüchern. Aber was erlebte ich so mit zehn jungen Jahren? Im Schulalltag der dritten und vierten Klasse? Was stellte ich in meiner Freizeit an?

Dieser Frage habe ich mich gestellt und nun teile ich meine Erinnerungen sehr gerne mit euch. Lasst euch unterhalten und denkt doch selbst an die Zeit zurück, als ihr zehn wart.

Dann mal los. Drehen wir die Zeit zurück ins Jahr 1989. Das Jahr … als ich zehn war. Andere Persönlichkeiten kamen damals gerade erst zur Welt. So die Skirennfahrer Anna Fenninger, Marcel Hirscher sowie Victoria Rebensburg. Oder die US-Musiker Taylor Swift und Chris Brown. Aber auch meine prominente Familie erhielt mit meiner jüngsten Schwester nochmals Zuwachs.

Fasnacht und Sport

Zwei heute noch wichtige Hobbys von mir habe ich bereits als zehnjähriger mit grosser Begeisterung ausgeübt. Fasnacht und Sport. In der Guggenmusik war ich zwar (noch) nicht. Dies folgte dann kurze Zeit später mit den HuRoBla-Güüggeler. Aber 1989 startete ich meine Karriere im Turnverein. Schon damals war ich weniger für die Spitzenresultate zuständig. Mein grösstes Interesse galt (und gilt immer noch) dem geselligen Teil des Vereinslebens.

So war ich natürlich mit dabei, als wir mit der Jugendriege im Sommer 1989 auf die Bettmeralp (Wallis) ins Jugilager zogen. Fortan war ich selbstverständlich bei jedem Sommerlager mit dabei – bis ich zu alt wurde. Aktivitäten im Freien standen dabei stets im Vordergrund. So bauten wir auf der Bettmeralp eigenhändig unser Floss „Bounty“ und segelten damit auf dem Bettmersee(li).

Jugilager Eschenbach
Im Sommerlager 1989 der Jugendriege STV Eschenbach: der Aletschgletscher und unser Bounty-Floss auf dem See bei der Bettmeralp.

1989 standen noch zwei weitere Höhepunkte mit dem Turnverein auf dem Programm. Mein erster Jugitag in Kriens sowie das Jugendriegentreffen mit dem Turnverein STV Eschenbach SG. Genau. Eschenbach gibt es in der Schweiz gleich zweimal. Meines im Kanton Luzern (LU) sowie „das andere“ im Kanton St. Gallen (SG). Partnerstadt von Eschenbach LU ist übrigens das deutsche Eschenbach in der Oberpfalz. Dies nur der Vollständigkeit halber. Hat mit meinen zehn Jahren rein gar nichts zu tun.

Jugitage Eschenbach
Ob Jugendriegentage oder später die Turnfeste – immer gab es die begehrten Abzeichen.

Begeisterung fürs Joggen

Gelaufen bin ich auch schon. Joggen, natürlich. 1989 nahm ich zum ersten Mal am Luzerner Stadtlauf teil. An diesem Lauf ist die Stimmung phänomenal. Wenn man als Läufer durch die engen Gassen der Altstadt rennt, wird man von den hallenden Jubelrufen angetrieben. Ins Ziel getrieben. Hier fühlt sich jede Läuferin und jeder Läufer als Sieger. Mit den Jahren folgten noch einige Stadtlauf-Runden. Bis ins Jahr 2009 sollten es 17 Teilnahmen sein.

Luzerner Stadtlauf Abzeichen
Die Stimmung in den engen Gassen der Luzerner Altstadt ist nicht zu überbieten.

Als Luzerner wurde mir die Fasnacht in die Wiege gelegt. Die Fasnacht 1989 war also weder meine erste noch meine letzte. Aber es war meine einzige als Zwerg. Das fasnächtliche Treiben habe ich in den darauffolgenden Jahren kontinuierlich intensiviert. Einfach, weil es immer so „rüüdig verreckt schön“ ist. Heute gebe ich diesen tollen Brauch meiner Familie weiter, ohne die Begeisterung dafür selbst zu verlieren.

Fasnacht Eschenbach Luzern
Als Zwerg an der Kinderfasnacht in Eschenbach.

Schulbank drücken

So schön die Freizeit auch war, musste ich dennoch zur Schule gehen. Irgendwo musste ich ja mein Grundwissen in Sachen Rechtschreibung herholen, um euch heute solche Beiträge auf meinem Blog zu bieten. Ich habe mir durchaus grosse Mühe gegeben. So habe ich doch prompt mal einen Text gleich zwei Mal auf eine Seite geschrieben. Den gleichen Text, versteht sich.

Schule Eschenbach Luzern
Titel: Mein Hamster. Autor: Stefan Zemp. Jahr: 1989.

Natürlich habe ich auch anderes gelernt. Alles notwendige, um heute als selbständiger Erwachsener durchs Leben zu gehen. Die Zahlen helfen mir heute, die Besucherstatistik zu verstehen. Dank dem Rechnen werde ich beim Einkaufen nicht übers Ohr gehauen. Auch Tiere und Bäume habe ich gelernt, was mir heute helfen würde, diese zu unterscheiden. Wenn ich es noch könnte.

Schule Eschenbach Luzern
Die Zahlen haben wir offensichtlich in der Osterzeit gelernt.

Erlernen der modernen Technik

Wirklich wichtig war aber natürlich das Entdecken der modernen Technik. So zum Beispiel das Telefon. Wo ist die Sprechmuschel und wo die Hörmuschel? Wie bedient man die Wählscheibe? Streicheln, wischen oder tatsächlich mechanisch im Kreis drehen? Ich darf euch sanft daran erinnern: wir schreiben gerade das Jahr 1989! Nichts da mit Handy. Smartphone sowieso nicht. Damals musste man seinem Schulschatz noch auf das Festnetztelefon anrufen. Wo mit grösster Wahrscheinlichkeit die Mutter abnahm. Oh schreck!

Schule Eschenbach Luzern
Wer kennt es noch? Das Telefon, wie ich es als zehnjähriger kennengelernt habe.

Über die ganze Schulzeit, durch 1989 hindurch bis zum Elektrotechnik-Studium im neuen Jahrtausend, begleitete mich mein geliebtes Schuletui. Es liegt heute noch in der Kiste auf dem Dachboden. Erstaunlicherweise vollständig ausgerüstet mit Farbstiften, Schere und Füller inklusive Reserve-Tintenpatrone. Braucht man einen Füllfederhalter heute in der Schule überhaupt noch?

Schule Eschenbach Luzern
Mein erstes und einziges Schuletui überhaupt. Es begleitete mich von der Primarschule bis zum Elektrotechnik-Studium an der Fachhochschule.

Die Nachfüllpatronen sind heute bestimmt längst abgelaufen. Oder wohl eher eingetrocknet. Meine damalige Identitätskarte lief jedoch just im Jahre 1989 ab. Mit stolzen zehn Jahren. Bei einer Gültigkeit von fünf Jahren nicht ganz zufällig, dieser Zufall.

Stefan Zemp Eschenbach Luzern
Meine Identitätskarte bis 1989 – noch in Papierform.

Als ich zehn war … wurde Weltgeschichte geschrieben

Während ich in wohlbehüteten Verhältnissen aufwuchs, viel lernte und meine Freizeit meist im Freien verbrachte, geschah auf der Welt so einiges. Am globalen Geschehen nahm ich damals noch nicht teil. Mein Interesse war beschränkt auf das unmittelbare Umfeld. Nachträglich betrachtet, passierte sehr viel geschichtsträchtiges.

Am prägendsten ist mit Bestimmtheit die Öffnung des Eisernen Vorhanges, welche ihren Höhepunkt mit dem Fall der Berliner Mauer am 7. Oktober 1989 fand. Ich mag mich noch vage an die Bilder in der Tagesschau des Schweizer Fernsehens erinnern. Es hat die Menschen bewegt. Nur mich noch nicht so. Die Bedeutung für die Weltgeschichte verstand ich schlichtweg noch nicht.

Interessanterweise fand im gleichen Jahr die erste Love Parade in Berlin statt. Das grosse Vorbild der Bum Bum Bum Street Parade in Zürich. Auf der politischen Bühne wurde anfang 1989 Papa Bush der 41. US-Präsident.

Zurück in die Zukunft

Das Fernsehen hat sich seit 1989 zwar grundlegend verändert. Doch einige Sachen sind geblieben. Auch wenn wir noch in den Röhrenkasten schauten, konnten wir ab 1989 das Programm von ProSieben sehen und die populären Simpsons starteten ebenfalls 1989 mit der ersten eigenständigen Folge. Viele coole Filme stammen ebenfalls aus dieser Zeit. 1989 erschienen beispielsweise Indiana Jones und der letzte Kreuzzug, Lethal Weapon II – Brennpunkt L.A., Otto – der Ausserfrisische, Meine teuflischen Nachbarn und Zurück in die Zukunft II.

Nutzen wir die günstige Gelegenheit und kehren in die Gegenwart zurück. Ich hatte grossen Spass daran, in den Erinnerungen zu stöbern. Vielen Dank an Lutz Prauser von Zwetschgenmann für den Aufruf zur Blogparade „Als ich zehn war“. Ihr wollt selbst von euren Erlebnissen als zehnjährige erzählen? Dann schaut vorbei beim Zwetschgenmann und – tut es!

Blogparade "Als ich zehn war"
Aufruf von Lutz Prauser zur Blogparade „Als ich zehn war“ auf Zwetschgenmann.

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8 Kommentare zu “Was war eigentlich … als ich zehn war?

  1. Oh ja, die Teile des Telefons hab ich auch in der Grundschule lernen müssen, aber ob wir auch so ein hübsches Bild dazu hatten?
    Und ja, Füllfederhalter gibt es immer noch. Inzwischen in allen möglichen Farben.

    1. Ja, der zeichnerischen (oder besser: ausmalenden) Kunst sind keine Grenzen gesetzt
      Wie war das nochmal mit den Farben der Füllfederhalter, also früher: da war doch rot für Rechtshänder und blau für Linkshänder, oder?
      Lg Stefan

  2. Waaaaaaa … wie cool… vor allem das Arbeitsblatt mit dem Telefon *kreiiisch*.. wie geil, daran kann ich mich auch noch erinnern …
    Aber ich hab leider gar nicht mehr solche Bildhaften Beweise aus dieser Zeit 😉
    Aber war schön, bei dir da mitzuerinnern … das hat Spaß gemacht 😉

    Danke
    LG Bibilotta

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